Die Internetfreiheit ist weltweit im Rückgang, aber alle Hoffnung ist nicht verloren

Laut dem Bürgerrechtsüberwachungsorgan Freedom House ist die Internetfreiheit im Jahr 2018 weiterhin in einem stetigen Rückgang von acht Jahren. Obwohl das Internet in vielen Ländern ziemlich frei und offen bleibt, sind bestimmte Kräfte viel geschickter darin geworden, es zu manipulieren und zu überwachen, und mit der zunehmenden Online-Aktivität steigen die realen Einsätze.

Freedom House bewertet jedes Land in drei breiten Kategorien: Zugangshindernisse, Inhaltsbeschränkungen und Verstöße gegen die Nutzerrechte. Während das erste Kriterium, der Zugang, weltweit zunimmt, behindern mehrere wichtige Entwicklungen, einschließlich wahlbezogener Repressionen gegen politische Medien und Chinas Bemühungen, seinen Online-Autoritarismus auszuweiten und zu exportieren, die Freiheit des Inhalts und die Nutzerrechte.

Fake News werden für die Demokratie noch schlimmer

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Die Fake-News-Epidemie hat viel Aufmerksamkeit in den echten Nachrichten erhalten, und viele Regierungen nutzen diese wahrgenommene Krise als Vorwand, Gesetze zu erlassen, die den Online-Ausdruck einschränken. Staaten am autoritären Ende des politischen Spektrums, wie Iran, Russland und China, haben umfassende Zensurbefugnisse angenommen, wie zum Beispiel die Registrierung von Bloggern beim Staat und die Schließung politisch abweichender Nachrichtenquellen, was zu einem drastischen Rückgang des unabhängigen Journalismus geführt hat. Sogar Demokratien wie Deutschland haben Gesetze gegen Fake News erlassen, die etwas zu viel Spielraum für Interpretationen lassen.

Trotz aller Bekundungen im Kampf gegen Fake News nutzen Regierungen diese auch, um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Bezahlte Regierungseinflusser übertönen die Kritiker in Online-Gesprächen, Bots verbreiten regierungsfreundliche Propaganda, und staatlich geförderte Fake-News-Quellen führen Informationskriege, um die politischen Systeme anderer Nationen zu stören.

Export des chinesischen Modells

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China landet regelmäßig auf dem letzten Platz in Freedom House’ Ranking, dank seiner unverblümten Umsetzung extremer Überwachung sowohl online als auch offline. Leider schaut China jetzt, um sein Modell der Internetkontrolle in andere Länder zu exportieren, besonders in Entwicklungsländer in Südostasien und Afrika, die bereits relativ eng mit Chinas Wirtschaft verbunden sind.

Das bedeutet, dass chinesische Smartphones und Gesichtserkennungskameras oft mit Schulungen zur journalistischen Weiterbildung und strengerer Cyberkriminalitätsgesetzgebung gebündelt sind. Die Methode der Großen Firewall, Webseiten zu blockieren, die man nicht mag, ständige Online-Überwachung und Zensur (einschließlich der physischen Inhaftierung von Online-Kritikern) und die Entwicklung eines „Sozialkreditsystems“ klingen dystopisch, wenn sie auf das bevölkerungsreichste Land der Welt beschränkt sind, besonders angesichts Chinas kürzlicher unterdrückerischer Behandlung der Uiguren in der Provinz Xinjiang. Wenn solche Systeme in anderen Ländern auftauchen, wird es sicherlich einen düsteren Einfluss auf die Internetfreiheit geben.

Datenschutzprobleme

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Während private Unternehmen in den letzten Jahren häufig dafür kritisiert wurden, dass sie Nutzerdaten nicht schützen, könnten die größten Datenlecks tatsächlich zwischen Unternehmen und Regierungen stattfinden. Regierungen erlassen zunehmend Gesetze oder ziehen in Betracht, die ihnen Zugang zu persönlichen Daten der Bürger gewähren. Während autoritäre Regierungen, wie die Russlands, in dieser Hinsicht besonders aggressiv sind, haben auch demokratische Länder wie die Five Eyes (Australien, Kanada, Neuseeland, das Vereinigte Königreich und die USA) Schritte unternommen, um von Unternehmen zu verlangen, dass sie Hintertüren für Regierungen und Strafverfolgungsbehörden erstellen.

Der Rückgang in den USA

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Die Vereinigten Staaten verzeichneten einige erhebliche Rückgänge aufgrund der Aufhebung der Netzneutralität und der Wiederautorisierung des FISA Amendments Act, der der US-Regierung erlaubt, umfassende Überwachung von nicht-US-Zielen durchzuführen und dabei Informationen von US-Bürgern zu sammeln.

Die gute Nachricht

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Glücklicherweise haben trotz der insgesamt ausbalancierenden Rückgänge mehrere Länder große positive Fortschritte in den Rankings gemacht.

  • Armenien: Die Internetmobilisierung war ein Schlüsselfaktor für positive politische Veränderungen im April.
  • Gambia: Nach einem Regimewechsel war die Internetaktivität viel freier, obwohl viele Einschränkungen bestehen bleiben.
  • Äthiopien: Einige inhaftierte Blogger wurden nach Amtsantritt eines neuen Premierministers freigelassen, der versprach, die aktuellen Internetbeschränkungen zu reformieren.
  • Estland: Zusammen mit Island auf dem ersten Platz hat dieses Baltikum einige bahnbrechende neue Technologien eingeführt, um den Datenschutz und die Privatsphäre der Bürger mit einem sicheren, blockchain-basierten Datenaustauschsystem zu verbessern, das die Bürger informiert, wenn auf ihre Daten zugegriffen wird und wofür sie verwendet werden.
  • Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), obwohl sie sich direkt an Unternehmen und nicht an Regierungen richtet, ist zumindest ein erster Schritt zu einem gemeinsamen Verständnis, dass Daten sicher gespeichert und von Einzelpersonen kontrolliert werden müssen.

Internetfreiheit ist ein echtes Thema

Online-Dienste ersetzen zunehmend Offline-Dienste in vielen Bereichen, von Medien über Finanzen bis hin zu Regierungsdiensten, was sicherstellt, dass die Internetfreiheit nicht nur zum Schutz von Online-Aktivismus und zur Aufrechterhaltung lebendiger Demokratien unerlässlich ist, sondern auch zum Aufbau sicherer, privater Systeme, denen wir unsere Daten anvertrauen können.

Jede zentrale Macht, die den Fluss von Informationen online kontrolliert, hat die Fähigkeit, die öffentliche Meinung zu formen, falsche Informationen zu verbreiten und problematische Individuen physisch zu finden und zu verfolgen. Das Internet ist ein mächtiges Werkzeug für Innovation, Bildung und Wahrheit, aber es kann ebenso leicht genutzt werden, um systematisch Menschenrechte zu missbrauchen.